Schamanismus und Christentum ~ ein Widerspruch?

Direkt zum Seiteninhalt

Schamanismus und Christentum ~ ein Widerspruch?

Praxis für Klang und Seelenarbeit
Veröffentlicht von Nirdosha S. Giese in Spiritualität · 9 Februar 2018
Tags: SpiritualitätSchamanismus
Traumfänger

Schamanismus und Christentum - Ein Widerspruch?
Dieser Beitrag lädt dich dazu ein, Schamanismus jenseits von Klischees zu betrachten – und vielleicht neu zu entdecken, dass er sich nicht zwangsläufig im Widerspruch zum Christentum befindet.

Gerade in Zeiten des Umbruchs, wenn alte Sicherheiten wegfallen und neue Fragen auftauchen, entsteht oft eine Sehnsucht nach tieferem Sinn, nach Verbindung – und nach einem inneren Zuhause.

Was ist Schamanismus?
Schamanismus wird häufig als einer der ältesten spirituellen Wege der Menschheit verstanden. In vielen Kulturen wurde dieses Wissen über Jahrtausende hinweg weitergegeben und gelebt. Es gibt ihn nachweislich seit mehr als 30.000 Jahren, aber vermutlich schon seit mehr als 300.000 Jahren.



Eine Schamanin oder ein Schamane ist jemand, der bewusst in veränderte Bewusstseinszustände geht, um mit tieferen Ebenen der Wirklichkeit in Kontakt zu treten – mit dem Ziel, Heilung, Klarheit und Orientierung zu erfahren oder weiterzugeben.

Im Kern steht dabei ein einfaches, tiefes Verständnis: Alles ist miteinander verbunden.

Schamanische Praxis kann uns dabei unterstützen, diese Verbindung wieder zu spüren – zu uns selbst, zur Natur und zu dem, was größer ist als wir.

Heilung aus schamanischer Sicht
Aus schamanischer Perspektive entsteht Leid oft dort, wo die Verbindung zwischen Körper, Geist und Seele aus dem Gleichgewicht geraten ist.

Gerade in Lebensphasen des Wandels – bei Verlust, Neuorientierung oder innerer Unruhe – kann sich diese Trennung besonders deutlich zeigen.

Schamanische Begleitung möchte hier keine „Lösung von außen“ geben, sondern Räume öffnen, in denen sich die eigene innere Ordnung wieder zeigen darf.

Auch internationale Organisationen wie die World Health Organization weisen darauf hin, wie wichtig es ist, ganzheitliche und traditionelle Ansätze im Verständnis von Gesundheit wieder stärker zu berücksichtigen.

Essenz-Schamanismus®
Medizinrad und Feder

Im Essenz-Schamanismus® richtet sich der Blick noch stärker nach innen.

Neben der Arbeit mit spirituellen Ebenen wird  der Raum der Großen Stille, der unsere Essenz darstellt, als Mittelpunkt wahrgenommen. – ein Raum von Stille, Klarheit und ursprünglicher Ganzheit.

Viele Menschen beschreiben diese Quelle auch als das Göttliche.

Hier wird erfahrbar, dass die verschiedenen spirituellen Wege letztlich auf eine gemeinsame Essenz hinweisen – unabhängig von Tradition oder Glaubensform.

Schamanismus und Christentum - Berührungspunkte
Oft wird Schamanismus missverstanden oder vorschnell eingeordnet.

Wenn wir jedoch tiefer schauen, zeigen sich überraschende Parallelen zwischen schamanischen und christlichen Traditionen:

  • die Bedeutung von Heilung auf mehreren Ebenen
  • die Kraft von Glaube und Bewusstsein
  • die Verbindung zu einer geistigen Wirklichkeit

Auch in den Überlieferungen über Jesus von Nazareth finden sich Elemente, die sich aus heutiger Sicht als Brücken verstehen lassen. Hierauf gehe ich im nächsten Abschnitt "Yeshua und die Essener" näher ein.

Heilungen durch Berührung, das Wiederherstellen von Vertrauen und innerer Kraft oder der bewusste Umgang mit geistigen Ebenen – all dies kann als Ausdruck einer tiefen Verbindung zum Göttlichen gesehen werden.

Vielleicht geht es weniger darum, diese Wege zu vergleichen oder einzuordnen, sondern vielmehr darum, die gemeinsame Tiefe dahinter zu erkennen.

Ein Baum in Form eines Kreuzes

Yeshua und die Essener
Auch in der Bibel finden sich Hinweise darauf, dass Schamanismus kein „Teufelswerk“ ist. Über seine Verbindung zu den Essenern – einem spirituellen Geheimbund – verfügte Yeshua von Judäa (in unseren Breiten als Jesus bekannt) über tiefes Wissen, das ihn zum Heiler machte. Sein Ziel war es, Wissen und Glauben zum Wohle aller Menschen einzusetzen.



Wie ein Schamane begegnet Yeshua negativen Geistwesen: Er spricht mit ihnen und treibt sie aus – etwa in die Schweineherde, die daraufhin ertrinkt (Lukas 8,30). Ein Stummer wird geheilt, nachdem ein stummer Geist auf Yeshuas Anweisung den Körper verlässt (Lukas 11,14).

Weitere Heilungen geschehen durch das Auflegen der Hände (Lukas 13,13), die Wiederherstellung des Glaubens an die eigene Kraft (Lukas 8,48) oder sogar die Rückholung des Geistes eines verstorbenen Kindes (Lukas 8,55).

Aus heutiger Sicht zeigen diese Geschichten Elemente, die Parallelen zu schamanischen Praktiken aufweisen.

Durch den schamanischen Weg lernen wir, die Natur und alle Wesen zu achten – ein zentraler Punkt, den Yeshua schon vermittelt hat. Auch seine Botschaft verweist darauf: „Liebe für alle Wesen und Integrität zum eigenen Weg“.

Gott hat alle Wesen – Menschen, Tiere, Pflanzen – mit einer eigenen Seele ausgestattet. Schamanismus gibt uns die Möglichkeit, mit diesen Seelen in Kontakt zu treten, in Liebe und Respekt miteinander zu kommunizieren und die Größe sowie die Barmherzigkeit des Lebens zu erfahren.

Die "Unterwelt" - Ein Missverständnis
Ein Begriff, der im christlichen Kontext manchmal Irritation auslöst, ist die Bezeichnung „Unterwelt“ für einen Bereich der sog. Nicht-alltäglichen Wirklichkeit, den der Schamane bereist.

Die Unterscheidung in Unter-, Mittel- und Oberwelt dient vor allem als Orientierung – wie eine Landkarte für innere Erfahrungen.

Der Begriff „Unterwelt“ weckt bei vielen zunächst Assoziationen von Hölle oder Teufel – doch damit hat die schamanische Unterwelt nichts zu tun. Sie wird so genannt, weil die Reise dorthin meist durch die Erde erfolgt und sich anfühlt, als würde man „nach unten“ reisen.

Die Unterwelt selbst ist ein Ort voller Fülle: eigener Landschaften, Tiere, spiritueller Verbündeter – ein Raum, in dem wir Unterstützung für alle Themen finden, die mit unserer Kraft, unseren Krafttieren und unserem Leben im Hier und Jetzt zu tun haben.

Eine Frau in Kontakt mit verschiedenen Tieren

Die Oberwelt hingegen kann uns helfen, übergeordnete Richtungen zu erkennen, Einsichten zu gewinnen und Zusammenhänge in unserem Leben klarer zu sehen.

Für Menschen, die gerade erst beginnen, schamanische Reisen zu unternehmen, ist diese Unterteilung vor allem eine hilfreiche Orientierung: Sie zeigt, wo man sich gerade befindet, was das mit einem selbst zu tun hat – und verhindert, dass man einfach „davon schwebt“, ohne die Erfahrung bewusst zu verarbeiten.

Eine gemeinsame Essenz
Sowohl im Schamanismus als auch im Christentum finden wir letztlich eine ähnliche Einladung:
Die Verbindung zum Göttlichen in uns selbst zu entdecken und mit Achtsamkeit und Respekt allem Leben zu begegnen.

Glitzernde Lichtspiele auf einer Wasseroberfläche in einem Wald.

Gerade in Zeiten des Wandels kann diese Rückverbindung eine tiefe Ressource sein – ein Erinnern daran, dass wir getragen sind, auch wenn wir uns neu orientieren.


Mitakuye Oyasin
(für alle meine Verwandten)
Nirdosha

(Dieser Beitrag wurde zuletzt am 1. April 2026 überarbeitet – Text verfeinert und neue Bilder hinzugefügt.)


Newsletter
Folge mir auch auf Social Media
Deine Anmeldung konnte nicht gespeichert werden. Bitte versuche es erneut.
Bitte bestätige Deine Anmeldung über den Link in der gerade zugesandten eMail. Vielen Dank.

Bleib mit mir in Verbindung und melde dich für meinen Newsletter an.

Zurück zum Seiteninhalt